Diabetes mellitus - Ernährung

Strenge Diabetes-Kost?

Eine ausgewogene Ern√§hrung ist neben der regelm√§√üigen Selbstkontrolle der Blutzucker- und Harnzuckerwerte, dem F√ľhren eines Tagebuches sowie regelm√§√üiger k√∂rperlicher Bewegung das A und O einer erfolgreichen Diabetes-Behandlung.

Die moderne Diabetes-Ern√§hrung unterscheidet sich kaum von der Ern√§hrung des Gesunden, d.h., dass f√ľr den Diabetiker nicht extra gekocht werden muss.

Hinsichtlich der Energiezufuhr gibt es grunds√§tzlich keine unterschiedlichen Empfehlungen f√ľr Diabetiker und Nicht-Diabetiker. Sie sollte so hoch sein, dass ein normales K√∂rpergewicht erreicht bzw. gehalten wird.

Dies ist v.a. f√ľr den Typ 2-Diabetiker von entscheidender Bedeutung, da die Wirkung des Insulins mit steigendem K√∂rpergewicht abnimmt. Daher f√ľhrt in den meisten F√§llen eine Gewichtsreduktion zu einer Verbesserung oder sogar Normalisierung der Blutzuckerwerte.

Verteilung der Mahlzeiten

Beim Typ 2-Diabetiker ist in der Regel noch eine geringe Insulinproduktion vorhanden. Werden die Mahlzeiten gleichm√§√üig √ľber den Tag verteilt, reicht dieses Restinsulin h√§ufig aus, um die Kohlenhydratmengen zu verstoffwechseln.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind die einzigen Nährstoffe, die Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben. Trotzdem sollten sie nicht aus dem Speiseplan des Diabetikers verschwinden. Ihr Anteil an der Gesamtaufnahme sollte genauso hoch wie beim Gesunden liegen. Es kann aber beispielsweise sinnvoll sein, die Kohlenhydrate auf mehrere Mahlzeiten (bis zu 6) aufzuteilen, um starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Kohlenhydrate werden vom Körper unterschiedlich schnell aufgenommen und erhöhen deshalb in ungleichem Maße die Blutzuckerwerte.

Lebensmittelgruppe Resorptionsgeschwindigkeit
Zuckerhaltige Getr√§nke,"isolierter" Zucker, S√ľ√üigkeiten* schie√üen ins Blut
Weißmehlprodukte und Obst strömen ins Blut
Vollkorngetreideprodukte und Kartoffeln fließen ins Blut
Kohlenhydrate aus Milch tropfen ins Blut
Kohlenhydrate aus Gem√ľse und H√ľlsenfr√ľchten sickern ins Blut

*eine Ausnahme stellen fettreiche S√ľ√üigkeiten wie z.B. Schokolade dar, da die Resorption des Zuckers durch den hohen Fettgehalt verlangsamt wird.

Diabetiker sollten auf kohlenhydrathaltige Lebensmittel zur√ľckgreifen, die den Blutzuckerspiegel langsam ansteigen lassen. Die Kohlenhydratzufuhr sollte wie beim Nicht-Diabetiker etwa 55% der Gesamtzufuhr betragen. Besonders empfehlenswert sind Vollkornprodukte, da sie stark s√§ttigend wirken, den Blutzucker relativ langsam ansteigen lassen und reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen sind!

Zucker

Zucker geh√∂rt ebenfalls zu den Kohlenhydraten. W√§hrend fr√ľher Haushaltszucker (Saccharose) f√ľr den Diabetiker tabu war, ist man heute der Meinung, dass kleine Mengen Zucker durchaus f√ľr den Diabetiker geeignet sind, aber nur unter folgenden Voraussetzungen:

  • gute Stoffwechseleinstellung
  • regelm√§√üige Selbstkontrolle
  • nicht in Form von Getr√§nken
  • nicht in purer Form, sondern "verpackt" in Lebensmitteln

Zum S√ľ√üen von Getr√§nken eignen sich kalorienfreie S√ľ√üstoffe (Saccharin, Cyclamat, Aspartam).

Spezielle Di√§tprodukte sind √ľberfl√ľssig, da sie neben einem meist hohen Fett- und Energiegehalt auch unverh√§ltnism√§√üig teuer sind. Auch die sogenannten Zuckeraustauschstoffe (Fruchtzucker, Sorbit) besitzen keinen entscheidenden Vorteil f√ľr den Diabetiker. Sie haben sogar Nachteile (sie wirken z.T. abf√ľhrend und bl√§hend).

Fette

Fette spielen in der Ern√§hrung eine wichtige Rolle. Grunds√§tzlich sollte die gesamte Fettmenge nicht mehr als 30% der Gesamtaufnahme (ca. 70g Fett pro Tag) ausmachen. Weiterhin ist es sinnvoll, tierische Fette (Butter, Wurst, K√§se, Sahne etc.) zum Teil durch pflanzliche Fette oder √Ėle zu ersetzen.

Besonders positive Wirkungen besitzen einfach unges√§ttigte Fetts√§uren (√Ėls√§ure), die v.a. in Oliven-, Raps- und Maiskeim√∂l vorkommen.

Wenn Sie √ľbergewichtig sind, sollten Sie versuchen, weniger Fett zu sich zu nehmen. Denn 1g Fett (= 9kcal) enth√§lt doppelt so viele Kalorien wie Kohlenhydrate und Eiwei√ü (jeweils 4kcal).

Weitere Hinweise zum Thema "Fette" finden Sie im Kapitel Fettstoffwechselstörungen.

Eiweiß

Hier gelten die gleichen Richtlinien wie f√ľr Nicht-Diabetiker, d.h., eine Zufuhr von 10-15% der Gesamtenergie (ca. 60g pro Tag) ist ausreichend. Bei einsetzender Mikroalbuminurie (Ausscheidung kleinster Eiwei√üteilchen aufgrund einer Nierensch√§digung) sollte die Eiwei√üzufuhr reduziert werden.

Hier finden Sie weitere Hinweise zum Thema Nierenerkrankungen.

Alkohol

Geringe Mengen Alkohol wie etwa 1-2 Gläser Wein sind durchaus erlaubt. Zu beachten ist jedoch, dass Alkohol nur zusammen mit kohlenhydratreichen Mahlzeiten aufgenommen werden sollte, da Alkohol die Glucosefreisetzung aus der Leber blockiert (Gefahr eines Unterzuckers!).

Bei √ľbergewichtigen Diabetikern ist aber auch der hohe Energiegehalt zu beachten. Weiterhin f√∂rdert Alkohol die Entstehung von Bluthochdruck und Fettstoffwechselst√∂rungen, also weiteren Risikofaktoren, die Erkrankungen der Gef√§√üe(Mikro- und Makroangiopathien) beg√ľnstigen k√∂nnen.

Vitamine und Antioxidantien

Die Vitamine A, C, und E sowie einige sogenannte sekund√§re Pflanzenstoffe sind in der Lage, freie Radikale zu neutralisieren. Sie tragen somit zur Prophylaxe der typischen diabetischen Folgesch√§den, wie z.B. Durchblutungsst√∂rungen der Herzkranzgef√§√üe, der Beine, der Augen usw., bei. Diese Inhaltsstoffe sind v.a. in frischem Obst und Gem√ľse enthalten. Deshalb sollten diese Nahrungsmittel t√§glich auf dem Speiseplan stehen.