Ökomonitoring 2020: Auf das EU-Bio-Logo ist Verlass

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Donnerstag, 2. September 2021

Seit nunmehr 19 Jahren untersuchen die Behörden der Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg systematisch Proben von biologisch erzeugten Lebensmitteln. Die Ergebnisse des aktuellen Ökomonitorings bestätigen einmal mehr die gute Qualität der Produkte.

Das Ökomonitoring des Landes Baden-Württemberg ist bundes- und europaweit einmalig. Es wurde ins Leben gerufen, um Verbrauchertäuschungen besser zu erkennen und auf diese Weise das Vertrauen in biologisch erzeugte Lebensmittel zu stärken. Außerdem ermöglicht es einen Vergleich zwischen biologisch und konventionell erzeugten Lebensmitteln.

Seit 2002 untersuchte die Lebensmittelüberwachung knapp 17.000 Proben im Rahmen des Ökomonitorings. Am häufigsten waren Analysen zur Bestimmung von Pflanzenschutzmittel-Rückständen in Obst und Gemüse.

Die EU-Öko-Verordnung verbietet den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln beim Anbau von Bio-Lebensmitteln. Im Jahr 2020 überschritten neun der 343 analysierten Öko-Proben (2,6 Prozent) den Orientierungswert für Pflanzenschutzmittel-Rückstände (0,01 Milligramm/Kilogramm). Unter den auffälligen Produkten befanden sich Knoblauch, Bananen, Gerstengraspulver, Tiefkühlkräuter sowie Keltertrauben. Insgesamt hat sich die Beanstandungsquote seit 2010 auf einen erfreulich niedrigen Stand unter 5 Prozent stabilisiert. Im Jahr 2020 enthielten zwei von drei Proben (68 Prozent) keine nachweisbaren Rückstände. Dieser Anteil variierte in den letzten zehn Jahren zwischen 50 und 77 Prozent.

Bei der Gegenüberstellung der Rückstände von Frischobst und Frischgemüse aus biologischem und konventionellem Anbau hatten die ökologisch erzeugten Produkte ganz klar die Nase vorn: Besonders auffällig waren die Unterschiede in Bezug auf die Einhaltung des Orientierungswerts. Der EU-Höchstgehalt für Pflanzenschutzmittel-Rückstände wurde dagegen auch von den konventionell erzeugten Produkten nur selten überschritten (Öko: 4,5 Prozent des Frischobsts, 1,4 Prozent des Gemüses auffällig; konventionell: 5,0 Prozent des Frischobsts, 5,0 Prozent des Gemüses auffällig).

Die Testergebnissen der verarbeiteten pflanzlichen Lebensmittel zeigten einen erfreulichen Trend: Mit 2,4 Prozent war die Beanstandungsquote so niedrig wie selten zuvor in den vergangenen Jahren (vergangene sieben Jahre: 2,2-7,0 Prozent, vor 2011: über 8 Prozent).

Bei den Bioeiern wurde untersucht, ob dem Tierfutter synthetische Karotinoide zugesetzt wurden. Diese führen zu einer intensiveren Färbung des Dotters. In Öko-Futter sind solche Zusätze nicht erlaubt. Alle 49 Proben des Ökomonitorins 2020 waren einwandfrei.

Durch eine Analyse des Milchfetts lässt sich ökologisch erzeugte Milch von konventioneller unterscheiden. Denn die Art des Futters (Gras oder Silage vs. Kraftfutter-orientiert) wirkt sich auf die Zusammensetzung des Milchfetts aus. Ebenso wie bei den Eiern wurde bei keiner der 37 Bio-Milchproben Auffälligkeiten festgestellt.

Unterm Strich bescheinigen die Ergebnisse des aktuellen Ökomonitorings, dass der Großteil der ökologisch erzeugten Produkte das EU-Bio-Logo zurecht trägt. Bei Beanstandungen erfolgt eine Weitergabe der Befunde an die Ökokontrollstellen. Die Prüfer der Ökokontrollstellen begeben sich dann auf Ursachenforschung in den Betrieben und prüfen, ob tatsächlich ein Verstoß gegen die EU-Öko-Verordnung vorliegt. Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass die betroffenen Betriebe sehr schnell reagiert und die entsprechenden Mängel beseitigt haben.

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verfasst von am 2. September 2021 um 07:54

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