Ernährung im Alter - Allgemeine Informationen

Vitalität in der zweiten Lebenshälfte

100 Jahre alt werden - wer möchte das nicht? Als Voraussetzung dafür nennen die meisten Menschen jedoch eine gute körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Wohlbefinden und Vitalität sind wesentliche Voraussetzungen für die persönliche Lebensqualität bis ins hohe Alter. Das Altern selbst ist nicht zu verhindern, doch vermag eine gesundheitsbewusste Lebensführung die Alterungsvorgänge hinauszuzögern.

Zu einer gesundheitsbewussten Lebensführung trägt die Ernährung in ganz entscheidendem Maße bei.

Essen und Trinken haben im Alter eine besondere Bedeutung!

Wer richtig isst, hat auch im Alter mehr Spaß am Leben, weil er gesünder, leistungsfähiger und damit fröhlicher bleibt!

Altern ist ein natürlicher Prozess

Altern ist ein natürlicher Vorgang, der nicht zwangsläufig von Krankheiten begleitet sein muss. Viele Krankheiten haben nichts mit dem Alter zu tun, wie viele Menschen glauben, sondern entstehen durch jahrelange Verstöße gegen eine gesunde und natürliche Lebensordnung.

Nicht zu leugnen ist jedoch, dass, wenn der Organismus altert, sich einige Veränderungen am Körper einstellen und es dadurch zu einer Minderung der Leistungsfähigkeit kommen kann.

Hinzu kommt, dass mit zunehmendem Alter häufig eine Art "Unlust" am Essen auftritt, da der Appetit nachlässt. Hierdurch kann es unter anderem zu einer Unterversorgung des Körpers mit notwendigen Nährstoffen kommen.

Das ist jedoch gerade bei Senioren fatal, denn ältere Menschen benötigen eine Kost, die den Körper mit allem Notwendigen in ausreichender Menge versorgt. Ist dies nicht der Fall, besteht die Gefahr krank zu werden bzw. die Leistungsfähigkeit zu verlieren.

Veränderungen im Organismus

Im Alter kann es zu Funktionseinschränkungen von Organen kommen, die Einfluss auf die Ernährung nehmen können. Funktioneinschränkungen sollten daher bei der Auswahl der Lebensmittel berücksichtigt werden. Einige Veränderungen sind im Folgenden aufgeführt.

  • Die Anpassung an veränderte Situationen dauert länger.
  • Die Sauerstoffversorgung der Zellen lässt nach.
  • Die Zellen der Bauchspeicheldrüse sind häufig geschwächt. Dadurch erfolgt eine schlechtere Regulation des Blutzuckers, was zu einem Diabetes mellitus führen kann.
  • Die Funktionen von Leber und Niere lassen nach.
  • Die Knochendichte und die Skelettmuskulatur verändern sich. Dies kann zu einer Osteoporose führen.
  • Nährstoffe, vor allem Vitamine werden nicht mehr so gut resorbiert.
  • Der Energiebedarf ist geringer als in jungen Jahren. Wird dies nicht berücksichtigt, kann Übergewicht entstehen.
  • Probleme bei der Fortbewegung (Immobilität) bereiten Schwierigkeiten beim Einkauf und der Zubereitung der Mahlzeiten.
  • Die Verdauungstätigkeit lässt nach. Häufig besteht eine Verstopfung.
  • Es besteht eine Tendenz zu erhöhten Fett-, Cholesterin- und Harnsäuregehalten im Blut.
  • Das Kauen kann Schwierigkeiten bereiten, da die "dritten Zähne" häufig nicht so funktionstüchtig sind wie die zweiten.
  • Häufig behindern Schluckstörungen, Entzündungen der Speiseröhre oder des Magens die Nahrungsaufnahme.
  • Durst, Hunger und Appetit lassen nach.

Ernährungsstatus von Senioren

Nicht nur die altersbedingten Veränderungen des Körpers bestimmen den Ernährungszustand von betagten Menschen. Auch soziale und psychosoziale Faktoren wie die Lebenssituation, das Einkommen, das soziale Umfeld, die Wohnsituation und vieles mehr nehmen Einfluss auf den Ernährungsstatus.

Viele ältere Menschen ernähren sich leider nicht optimal. Hinzu kommt, dass einige Medikamente, die besonders von älteren Menschen eingenommen werden, eine Fehlernährung unterstützen können. Hier sind an erster Stelle die "Rheumamittel" zu nennen, die u. a. zu chronischen Entzündungen des Magen-Darm-Traktes führen können. Eine weitere wichtige Gruppe sind die Entwässerungstabletten (Diuretika), die wegen Herzschwäche oder Bluthochdrucks eingenommen werden. Sie können zu schwerem lebensbedrohlichen Flüssigkeitsmangel und Elektrolytstörungen führen. So ist es nicht verwunderlich, dass Fehlernährung (Malnutrition) bei ärztlichen Untersuchungen die häufigste Diagnose bei betagten Menschen ist.

Die folgenden Auswirkungen einer Fehlernährung werden dabei besonders häufig festgestellt:

Anforderungen an eine altersgerechte Ernährung

Je nachdem wie stark diese Mangelzustände ausgeprägt sind, können sie sogar lebensbedrohlich werden. Was Sie tun können, um dem entgegen zu wirken, lesen Sie auf den Seiten Empfehlungen für eine altersgerechte Ernährung.

Senioren brauchen keine Schonkost

Ältere gesunde Menschen brauchen keine Schonkost. Wichtig ist vielmehr die Beachtung der individuellen Verträglichkeit. Diese ist bei jedem älteren Menschen anders. Aus diesem Grund können keine allgemeingültigen Empfehlungen gegeben werden.

Bestehen jedoch gesundheitliche Einschränkungen, die das Einhalten einer speziellen Ernährungsweise (Diät) z. B. bei Diabetes mellitus notwendig machen, so sollte dies bei der Verpflegung berücksichtigt werden.

Die folgenden Seiten enthalten Empfehlungen für gesunde ältere Menschen, die eine "normale" Ernährung vertragen.

Nicht nur der Geschmack ist wichtig

Ältere Menschen sollten eine Reihe von Kriterien beachten, um möglichst lange gesund und leistungsfähig zu sein und zu bleiben.

Eine altersgerechte Ernährung sollte:

  • verträglich sein
  • gut schmecken
  • eingeschränkte Funktionen berücksichtigen
  • Verdauungsvorgänge fördern
  • Organfunktionen unterstützen
  • auf den geringeren Energiebedarf abgestimmt sein
  • alle für den Körper notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge enthalten
  • die Widerstandskräfte stärken
  • die körperliche und geistige Leistungskraft stärken
  • von höchstmöglicher Qualität sein: "Qualität statt Quantität"

Das liest sich vielleicht im ersten Moment sehr theoretisch, aber eine gesunde Ernährung im Alter ist in der Praxis keinesfalls kompliziert und muss auch nicht aufwendig sein. Auf den folgenden Seiten finden Sie Tipps und Empfehlungen für eine geeignete Ernährung in der zweiten Lebenshälfte.

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