Kinderernährung - Ernährung der Mutter

Ernährung der Mutter

Allgemein

Wie in der Schwangerschaft ist auch beim Stillen (Laktation) der Organismus der Mutter darauf bedacht, dem Säugling alle notwendigen Nährstoffe zur Verfügung zu stellen. Deshalb kann es während der Laktation zu Nährstoffverarmungen der Mutter kommen, da bei einem Defizit die körpereigenen Speicher der Stillenden angegriffen werden. Um dies zu verhindern, muss die Nährstoffzufuhr dem erhöhten Bedarf der Mutter angepasst werden.

Energiebedarf

Der Mehrbedarf an Energie beträgt während des Stillens im Durchschnitt 635 kcal pro Tag. Obwohl viele Frauen die Zeit der Laktation zur Gewichtsreduktion nutzen, sollte dieser erhöhte Energiebedarf auch gedeckt werden, da sonst die im Fettgewebe gespeicherten Rückstände frei werden und in die Muttermilch übertreten.

Eiweiß

Um ein Gramm Muttermilcheiweiß zu produzieren, benötigt die Stillende zwei Gramm Nahrungseiweiß. Aus diesem Grund ist auf eine ausreichende Proteinzufuhr zu achten. Durch die Kombination von pflanzlichen und tierischen Proteinen erreicht man eine hohe biologische Wertigkeit, d.h. in einer ausgewogenen Mischkost ist eine bedarfsgerechte Eiweißversorgung gewährleistet.

Fett

Der Anteil des Nahrungsfettes hat keinen Einfluss auf den Fettgehalt der Muttermilch. Deshalb sind Fettzulagen nicht erforderlich. Hier entspricht der Bedarf dem einer Nichtstillenden, d.h. der Fettanteil sollte 30% der Gesamtenergiezufuhr nicht übersteigen. Empfehlenswert ist ein hoher Anteil von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, da die Fettsäurezusammensetzung der Nahrung die der Muttermilch beeinflussen kann. Besonders wertvoll sind die beiden Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), da sie die geistige Entwicklung des Kindes positiv beeinflussen können. Diese Fettsäuren sind hauptsächlich in Seefischen enthalten. Deshalb sollte die werdende Mutter ein bis zwei Fischmahlzeiten in ihren Speiseplan mit aufnehmen. Ist dies nicht möglich, kann der Einsatz von Fischölkapseln sinnvoll sein.

Calcium

Der Bedarf an Calcium während des Stillens liegt nach den D-A-CH-Referenzwerten bei etwa 1000 mg am Tag (< 19 Jahre=1200 mg/Tag). Um diese Menge zu erreichen, ist der Verzehr von Milch und Milchprodukten unumgänglich. Bei einer veganen Ernährung (keine tierische Produkte) ist die entsprechende Calciummenge durch Tabletten zu ersetzen. Liegt eine Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) vor, kann die Betroffene auch auf fermentierte Milchprodukte zurückgreifen, die in der Regel gut vertragen werden. Die darin enthaltenen Milchsäurebakterien (Lactobazillen) sind in der Lage, den Milchzucker (Lactose) nach dem Verzehr im Magen-Darm-Trakt in seine Bestandteile (Galactose, Glucose) zu zerlegen.

Jod

Die in der Schwangerschaft empfohlene zusätzliche Gabe von 200 µg Jodid sollte auch während des Stillens beibehalten werden, da der tägliche Bedarf von 260 µg sonst kaum erreicht wird.

Vitamine

Eine abwechslungsreiche Kost mit einem hohen Anteil an frischem Obst und Gemüse reicht aus, um den Vitaminbedarf zu decken. Multivitaminpräparate sind in der Regel nicht notwendig. In der folgenden Tabelle sehen Sie eine Übersicht über die Vitamine sowie Nahrungsmittel, die besonders reich an diesen Nährstoffen sind.

Vitamin gute Vitaminquellen
Vitamin A (Vorläufer: beta-Carotin) Vitamin A in: Leber, Lebertran beta-Carotin in: Karotten, gelb-orangene Gemüsesorten
Vitamin D Margarine, Pilze, Fisch (Aal, Hering, Heilbutt, Lachs)
Vitamin E grünes Blattgemüse, pflanzliche Öle (Sonnenblumenöl, Maiskeimöl,
Walnussöl)
Vitamin K grünes Blattgemüse, Eigelb, Huhn, Butter
Vitamin B1 Weizenkeime, Hülsenfrüchte, Schweinefleisch
Vitamin B2 Milch, Eier, Fisch (Heilbutt, Hering), Pilze
Vitamin B6 Bananen, Bohnen, Linsen, Sojabohnen, Leber, Hafer
Vitamin B12 Leber, Nieren, Eier, Käse, Fisch (v.a. Hering, Rotbarsch)
Vitamin C nahezu alle Obst- und Gemüsesorten; besonders: Zitrusfrüchte, Kiwi, Paprika, Sanddorn
Niacin Fleisch, Fisch, Nüsse, Hülsenfrüchte
Pantothensäure Hefe, Hülsenfrüchte, Erdnüsse, Eigelb, Leber, Wassermelone
Folsäure Hefe, Rinderleber, Rosenkohl, Grünkohl, Weizenkeime, Eigelb, Sojabohnen
Biotin Leber, Eigelb, Erdnuss, Sojabohnen, Naturreis, Weizenkleie

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